• MFN Team

Ab in den Dschungel

Aktualisiert: 7. Apr 2020

Erlebnisse in Kolumbien – Teil 1


Kolumbien ist ein einzigartiges Land.

Es ist eines der drei Länder, mit der höchsten Biodiversität, also der Vielfalt an Fauna und Flora. Diese Vielfalt wollen wir schützen. Das geht nur zusammen mit den Menschen vor Ort.

Bei unserer Arbeit vor Ort begegnen wir so vielen sympathischen und vor allem ehrlichen Menschen, die große Hoffnungen haben. In unserem Blog wollen wir euch das Land, die Menschen und unsere Arbeit vor Ort näherbringen. In der mehrteiligen Serie informieren wir Euch über Fortschritte bei unserer Mission und unserer Arbeit und erzählen interessante Geschichten über Menschen und Erlebnisse, die wir erleben.


Die Gründer von My Fair Network sind in den kolumbianischen Regionen Valle de Cauca und Cauca unterwegs und versuchen täglich Campesinos zu finden, die bei unserem besonderen Weg des Kaffeeanbaus und dessen Vertrieb mitmachen möchten. Dabei bleiben uns vor allem die unglaublich freundlichen Menschen und Gespräche mit ihnen in Erinnerung. „Es ist ein schönes Gefühl, dass diese Arbeit vermittelt“, sagt Initiator und MFN-Gründer John, der derzeit vor Ort ist. „Es ist toll den Bauern erzählen zu können, dass Menschen in Deutschland den Kaffee zu schätzen wissen und dass der eingeschlagene Weg zwar nicht leicht ist, aber trotzdem funktioniert.“ Bei unserem Ansatz, dass es nicht nur auf Quantität, sondern vor allem auf die Qualität ankommt, nicht nur im Hinblick auf den Geschmack, sondern vor allem in Bezug auf die Umwelt und die faire Entlohnung der Kaffeebauer und Kollektiven.


Zwischen Tropenwald und Bergetappe


Neben den vielen fruchtbaren Gesprächen in der Region um die Städte Palmira, Sevilla, La Marina und Tulua, suchen wir nicht nur Partnerkollektiven, mit denen wir Prozesse entwickeln und Standards für den Anbau und Weiterverarbeitung des Kaffees festlegen, werden viele Kilometer, zumeist auf dem Motorrad zurückgelegt. In Kolumbien bedeutet das: es geht rauf und runter. Dabei gibt es die Möglichkeit tief in die einzigartige klimatische und florale Welt des Landes einzutauchen, zwischen dichtestem Tropenwald bis hin zu Bergwipfeln oberhalb der Baumgrenze (natürliche Grenze in Höhenlage, ab der kein Baumwuchs mehr stattfindet). Doch gerade in entlegeneren Gebieten sind infrastrukturell viele Häuser und Anwesen nicht an das Haupt-, und Landstraßennetz angebunden.


Die Touren durch Valle de Cauca und Cauca zu den Campesinos führen häufiger in abgelegene Gebiete. Asphaltiere Straßen sind dort die Seltenheit. Selbst mit einem durchaus geländegängigen Motorrad ist es vor allem bei häufigem Regen in den Tropenregionen der Anden mühsam sein Ziel zu erreichen. John erinnert sich an eine besonders schwierige Fahrt zu einem Campesino: „Ich war zusammen mit einer ASOPECAM-Mitarbeiterin vor Ort auf dem Weg zu einem Campesino. Auf dem Weg wurde die Straße, die man eigentlich so nicht nennen konnte, immer schlechter. Das Gelände war von Meter zu Meter immer schwieriger zu befahren.“ Und dann rums, liegen beide auf der durchweichten Erde.


Kein Weiterkommen auf Pferdetransportweg


„Weiterfahren war da nun wirklich keine Option mehr, glücklicherweise gab es wenige Meter entfernt eine alte Pferdetransportroute im Tropenwald.“ Geschützt vor dem Wetter unter den Baumwipfeln, ging es über den Weg weiter in Richtung des Campesinos. Doch plötzlich kein Weiterkommen mehr. John lacht: „Wir haben uns dann in dem dicht bewachsenen Wald kurz vor der Finca des Campesinos verlaufen. Wir saßen dort fest. Glücklicherweise hatten wir aber Handyempfang. Der Campesino hat uns dann klassisch mit Machete aus dem dichten Regenwald befreit. Lustig, nur knapp 30-40 Meter neben uns wäre der Schotterweg gewesen. Aber in dem dichten Wald war es unmöglich weiter als drei, vier Meter weit zu sehen. Aber so brauchten wir definitiv keinen Gesprächseinstieg mehr für das folgende Unterhaltung mit dem Campesino über unser Projekt.“